Radweg-Touren mit dem E-Enduro? Warum ich genau darauf richtig Bock habe

Manchmal merkt man erst unterwegs, dass sich da gerade etwas verändert.
Bei der diesjährigen Begleitung von Radeln gegen Blutkrebs war genau das bei mir der Fall. Klar, es ging an diesem Wochenende in erster Linie um die Aktion, um die Menschen dahinter, um die gemeinsame Tour und um das, was diese ganze Fahrt bedeutet. Aber irgendwo zwischen Gesprächen, Kilometern, Pausen und Eindrücken ist bei mir noch ein anderer Gedanke hängen geblieben:
Radwege können richtig geil sein.

Vor allem der Werratal-Radweg hat bei mir etwas ausgelöst. Diese Mischung aus entspanntem Dahinrollen, schönen Landschaften, kleinen Orten, Flussnähe, Pausen am Wegesrand und dem Gefühl, einfach unterwegs zu sein — das hat mich mehr gepackt, als ich vorher gedacht hätte.
Und genau deshalb möchte ich das Thema hier auf Midlife Biking zukünftig stärker mit reinnehmen.
Radweg-Touren werden Teil von Midlife Biking
Keine Sorge: Midlife Biking wird jetzt nicht plötzlich zum reinen Tourenrad-Kanal. Es bleibt bei Bikes, ehrlichen Erfahrungen, Ü40-Abenteuer, E-MTB, Trails, Technik, Touren und allem, was dazugehört.
Aber ich möchte künftig auch Radweg-Touren fahren und dokumentieren.
Mal als Tagestour, also eine ausgewählte Etappe, die man gut an einem Tag fahren kann. Mal vielleicht auch als Mehrtagestour, bei der ich einen kompletten Radweg oder mehrere Etappen am Stück fahre.
Der Werratal-Radweg steht dabei ziemlich weit oben auf meiner Liste. Nicht, weil ich jetzt plötzlich zum klassischen Reiseradfahrer werde, sondern weil ich gemerkt habe: Diese Art von Tour kann genau das bieten, was ich am Radfahren so liebe.
Man ist draußen. Man kommt voran. Man entdeckt neue Orte. Man hat Zeit zum Denken. Man erlebt Dinge, die man im Auto einfach übersieht.
Und ganz ehrlich: Genau solche Erlebnisse passen perfekt zu Midlife Biking.
Aber bitte nicht mehr mit Zelt

Eine Sache habe ich am letzten Wochenende aber auch sehr deutlich gemerkt:
Zelt ist nicht mehr so meins.
Früher hätte ich das vielleicht romantischer gesehen. Bike abstellen, Zelt aufbauen, Isomatte rein, fertig. Klingt nach Abenteuer. Ist es auch irgendwie. Aber ich muss ehrlich sagen: So richtig abgeholt hat mich das nicht mehr.
Ich brauche keinen Luxusurlaub auf der Radtour. Aber ich brauche auch nicht zwingend die unbequemste Variante, nur damit es sich nach Abenteuer anfühlt.
Und genau da wird es spannend. Denn viele Campingplätze und Unterkünfte bieten mittlerweile richtig coole Alternativen an: Bauwägen, Wohnfässer, kleine Appartements, Wohnwagen, Hütten oder einfache Zimmer.
Das ist für mich gerade der Sweet Spot.
Tagsüber einfach unterwegs sein, Kilometer machen, Eindrücke sammeln, draußen kochen, Kaffee trinken, fotografieren und filmen — aber abends nicht zwingend auf dem Boden liegen und hoffen, dass es nicht durchregnet.
Das ist vielleicht nicht mehr ganz „Hardcore“, aber es ist ehrlich. Und es passt besser zu mir.
Einfachheit ja, unnötiger Stress nein
Trotz etwas komfortablerer Übernachtungen möchte ich aber die Einfachheit dieser Touren unbedingt behalten.
Ich will nicht von Hotel zu Hotel hetzen, jeden Abend im Restaurant sitzen und die Tour komplett durchorganisieren, bis nichts Spontanes mehr übrig bleibt.
Für mich gehört dazu, unterwegs auch mal anzuhalten, den kleinen Gaskocher rauszuholen und mir irgendwo einen Kaffee zu machen. Vielleicht an einem Fluss, vielleicht an einer Bank mit Aussicht, vielleicht einfach irgendwo am Wegesrand, weil es gerade passt.
Genau diese kleinen Momente machen solche Touren aus.
Nicht nur der Zielort ist wichtig. Auch nicht nur die Kilometer oder Höhenmeter. Sondern diese Augenblicke zwischendurch: Kaffee kochen, Brotzeit machen, Kamera rausholen, einfach mal fünf Minuten sitzen bleiben und merken: Genau deshalb bin ich losgefahren.

Mehr Fotos, mehr Eindrücke, mehr Geschichte
Ein weiterer Punkt, der mir wichtig ist: Ich möchte auf diesen Touren wieder mehr fotografieren.
Nicht nur schnell mit der Actioncam draufhalten oder ein paar Clips fürs Video machen, sondern bewusst Bilder machen. Orte festhalten. Details zeigen. Stimmung einfangen.
Das gehört für mich zu solchen Radweg-Touren einfach dazu.
Beim einfachen Zelt-Camping bin ich allerdings ehrlich: Da nehme ich keine Kameraausrüstung mit, die mehrere Tausend Euro kostet. Dafür ist mir das zu riskant und auch zu unpraktisch. Wenn ich mit leichter Ausrüstung und Zelt unterwegs bin, muss alles möglichst simpel bleiben.
Wenn die Übernachtung aber etwas geschützter ist — zum Beispiel in einem Wohnfass, Bauwagen oder Appartement — sieht das schon anders aus. Dann kann ich auch mal wieder mehr Foto-Equipment mitnehmen und die Touren nicht nur als Video, sondern auch fotografisch schöner erzählen.
Und genau darauf habe ich richtig Lust.
Mit dem E-Enduro auf Radwegen? Ja, genau!

Jetzt kommt der Punkt, bei dem wahrscheinlich einige schmunzeln werden:
Ich möchte diese Touren tatsächlich mit meinem Fully fahren. Genauer gesagt mit dem E-Enduro.
Warum? Weil es anders ist.
Radwege mit dem Gravelbike fahren viele. Mit dem Rennrad sowieso. Tourenräder, Trekkingbikes, Reiseräder — alles komplett logisch und absolut sinnvoll. Aber mit einem E-Enduro auf Radwegen unterwegs zu sein, sieht man eher selten.
Und genau das reizt mich.
Natürlich ist ein E-Enduro nicht das effizienteste Bike für solche Strecken. Es ist schwerer, hat breite Reifen, mehr Federweg und ist eigentlich für ganz andere Dinge gebaut. Aber es ist mein Bike. Ich fühle mich darauf wohl. Ich kenne es. Ich mag es. Und es bringt einen ganz eigenen Charakter in solche Touren.
Es geht mir nicht darum, das perfekte Rad für jeden Radweg zu finden. Es geht mir darum, diese Touren so zu fahren, wie es zu mir und zu Midlife Biking passt.
Und mal ehrlich: Warum sollte man einen schönen Radweg nicht mit einem E-Enduro fahren?
Nur weil es nicht der Standard ist?
Gerade das macht es doch spannend. Außerdem: dank meines Partners aeroe, die mich mit dem Rearrack System ausgetattet haben, kann ich nun auch einfach etwas mehr Stuff auf dem Bike mitnehmen.
Was euch zukünftig erwartet

Ich möchte solche Touren künftig stärker hier im Blog und auf YouTube begleiten.
Das können einzelne Etappen sein, die ich mir gezielt raussuche. Vielleicht besonders schöne Abschnitte, spannende Regionen oder Touren, die sich gut für einen Tagesausflug eignen.
Es können aber auch komplette Mehrtagestouren werden, bei denen ich einen Radweg Stück für Stück fahre und euch mitnehme: von der Planung über die Ausrüstung bis zu den echten Erfahrungen unterwegs.
Was funktioniert gut? Was würde ich anders machen? Welche Unterkunft war cool? Wo lohnt sich eine Pause? Wie fährt sich so eine Strecke mit dem E-Enduro? Wie weit kommt man entspannt? Wie viel Gepäck ist sinnvoll? Und wo merkt man vielleicht auch, dass man sich vorher etwas schön geredet hat?
Genau solche Fragen interessieren mich.
Und ich glaube, sie interessieren auch viele andere, die zwar Lust auf Touren haben, aber keine Lust darauf, sich in irgendein perfektes Bikepacking-Ideal pressen zu lassen.
Es muss nicht immer extrem sein
Vielleicht ist das auch der eigentliche Punkt. Abenteuer muss nicht immer extrem sein.
Man muss nicht 200 Kilometer am Tag fahren, ultraleicht packen, im Wald biwakieren und morgens mit steifem Rücken aus dem Zelt krabbeln, nur damit eine Tour zählt.
Man darf es sich auch etwas angenehmer machen.
Man darf mit dem E-Bike fahren. Man darf in einem Wohnfass schlafen. Man darf unterwegs Kaffee kochen und abends trotzdem eine richtige Dusche haben. Man darf gute Fotos machen, statt sich nur durchzubeißen.
Für mich ist das kein Widerspruch. Für mich ist das genau die Art von Radreise, auf die ich gerade richtig Bock habe.
Ehrlich, machbar, draußen, mit kleinen Abenteuern — aber ohne den Zwang, irgendwem beweisen zu müssen, wie hart man ist.
Radweg-Touren mit Midlife Biking
Ich bin gespannt, wohin mich dieses Thema führt.
Der Werratal-Radweg war für mich so ein kleiner Auslöser. Eine Erinnerung daran, dass Radfahren nicht nur Trail, Technik, Motorleistung oder Höhenmeter sein muss. Manchmal reicht ein schöner Weg, ein Fluss, ein Kaffee aus dem Kocher und das Gefühl, unterwegs zu sein.
Genau das möchte ich zukünftig mehr zeigen.
Mit dem Fully. Mit Kamera. Mit ehrlichen Eindrücken. Mit Komfort, wo er Sinn macht. Und mit genug Einfachheit, damit es sich trotzdem nach Tour anfühlt.
Ich freue mich darauf, euch hier im Blog und auf YouTube mitzunehmen.
Und vielleicht bekommt der eine oder andere dadurch ja selbst Lust, sich mal einen Radweg rauszusuchen, das Bike zu packen und einfach loszufahren.
Nicht perfekt. Nicht nach Lehrbuch. Sondern so, wie es zu einem passt.


