
Bikepacking mit dem Fully? Genau das war für mich lange so ein Thema, bei dem ich ehrlich gesagt nicht sofort „klar, läuft“ gedacht habe. Ein klassischer Gepäckträger passt an viele Fullys nicht wirklich sinnvoll dran, Packtaschen sind oft eher für Trekkingräder oder Gravelbikes gedacht und wenn man dann noch ein E-MTB mit Hinterbau, Dämpfer und ordentlich Bewegung im Fahrwerk fährt, wird es schnell spannend.
Für meine Tour entlang des Werratal-Radwegs zusammen mit Radeln gegen Blutkrebs brauchte ich aber genau dafür eine Lösung. Ich wollte Gepäck mitnehmen können auch für meinen ersten Overnighter mir Zelt und so. Also praktisch, stabil und passend für ein Fully.
Hier kam das aeroe Rear Rack System ins Spiel. aeroe hat mir das System für die Tour zur Verfügung gestellt, inklusive passender Halterungen und zwei Drybags. In diesem Beitrag zeige ich euch meinen ersten Eindruck vom Unboxing, den Aufbau und die Montage am Bike.
Was ist das aeroe Rear Rack System überhaupt?

Das aeroe Rear Rack System* ist im Prinzip ein Gepäckträgersystem für Bikes, bei denen klassische Gepäckträger oft schwierig oder gar nicht passen. Besonders spannend ist das natürlich für Fully-Mountainbikes, weil dort durch den gefederten Hinterbau viele normale Lösungen nicht funktionieren.
Das System besteht aus einer stabilen Trägerkonstruktion, die am Hinterbau befestigt wird. Daran lassen sich anschließend verschiedene Halterungen und Taschen montieren. In meinem Fall ging es konkret um das Setup mit zwei seitlich befestigten Drybags.
Gerade für Touren, bei denen man etwas mehr Ausrüstung mitnehmen möchte, aber nicht direkt mit Rucksack fahren will, ist das eine ziemlich interessante Lösung.
Lieferumfang und erster Eindruck




Das Basisset besteht aus dem eigentlichen Träger ( Spider Rear Cradle), den Montagefüßen und dem gebogenen Rohr, an dem später die Halterungen oder Taschen befestigt werden.
Was mir direkt positiv aufgefallen ist: Die Auflagepunkte der Montagefüße sind gummiert. Das ist ein wichtiger Punkt, denn gerade bei einem Alu oder gar Carbon-Hinterbau möchte man sich nicht direkt den Lack oder mehr ruinieren. Die Gummierung sorgt dafür, dass der Träger nicht einfach blank auf dem Rahmen sitzt.
Zusätzlich zum Rear Rack System hat mir aeroe einen zweiten Spider Rear Cradle* sowie zwei 12-Liter-Drybags* mitgeschickt. Damit lässt sich das System links und rechts am Bike bestücken, sodass insgesamt ordentlich Stauraum zusammenkommt.


Für meine geplante Tour war genau das spannend: nicht zu viel, nicht zu wenig, sondern genug Platz für Schlafplatz, Kleidung, Technik, Verpflegung oder Kleinkram, den man auf einer längeren Radwegtour eben dabeihaben möchte.
Die Montage am Bike



Die Montage ist tatsächlich ziemlich simpel aufgebaut. Zuerst verbindet man das gebogene Rohr mit den entsprechenden Montagefüßen. Diese Füße werden anschließend am Hinterbau des Bikes befestigt.
Praktisch ist dabei, dass die Montagefüße noch beweglich bleiben, solange man sie nicht komplett festzieht. Dadurch kann man den Winkel noch anpassen und das System sauber am Bike ausrichten. Gerade bei einem Fully ist das wichtig, weil nicht jeder Hinterbau gleich geformt ist.
Befestigt wird das Ganze mit den mitgelieferten Montagestrips. Diese werden eingehakt und anschließend festgezogen. Das klingt erstmal etwas ungewohnt, funktioniert aber angenehm unkompliziert.
Man muss also kein großes Schrauber-Projekt daraus machen. Es ist kein Umbau am Bike nötig, keine speziellen Gewindeösen am Rahmen und auch kein klassischer Gepäckträgeranschluss. Genau das macht das System für Mountainbikes und Fullys so interessant.
Eine Tasche oder zwei Taschen?


Ist das Rear Rack einmal montiert, kann man entscheiden, wie man es nutzen möchte.
Man kann zum Beispiel nur einen einzelnen Spider Cradle montieren und damit eine Tasche mitnehmen. Das reicht vielleicht für kürzere Touren, eine Tagestour oder wenn man einfach nur etwas mehr Stauraum braucht.
In meinem Fall habe ich das System aber links und rechts mit je einem Cradle und je einem 12-Liter-Drybag aufgebaut. Damit hat man insgesamt 24 Liter Volumen am Bike. Für eine Radwegtour, bei der man nicht komplett minimalistisch unterwegs sein möchte, ist das schon eine sehr brauchbare Größe.
Mir war dabei wichtig, dass das Ganze nicht wie ein riesiger Fremdkörper am Bike wirkt. Klar, ein Fully mit Taschen sieht erstmal anders aus als ein klassisches Trailbike. Aber genau darum geht es ja: Das Bike soll tourentauglicher werden, ohne dass man gleich ein komplett anderes Rad braucht.
Warum das System für mich spannend ist
Ich fahre normalerweise eher Wald und Trails. Aber durch die Begleitung bei Radeln gegen Blutkrebs und besonders durch die Tour entlang des Werratal-Radwegs habe ich gemerkt, wie viel Spaß mir solche Radweg-Touren machen können.
Das ist ein anderes Fahren als auf dem Trail. Weniger technisch, dafür mehr Strecke, mehr Landschaft und mehr Reisegefühl. Und genau dafür braucht man eben auch ein anderes Setup.
Ein Rucksack ist auf langen Touren irgendwann nervig. Er sitzt auf dem Rücken, man schwitzt darunter und je nach Gewicht merkt man ihn dauerhaft. Taschen am Bike können hier deutlich angenehmer sein, solange sie stabil sitzen und beim Fahren nicht stören. Und solltet ihr wie ich, trotzdem einen Rucksack dabei haben sind die Taschen halt eine perfekt Erweiterung.
Das aeroe Rear Rack System könnte für mich also genau die Brücke schlagen: Mein Fully bleibt mein Fully, bekommt aber genug Stauraum für längere Touren.

Mein erster Eindruck nach dem Aufbau
Nach der Montage wirkte das System stabil und durchdacht. Die einzelnen Teile machen einen wertigen Eindruck und der Aufbau war deutlich einfacher, als ich vorher erwartet hätte.
Besonders gut gefällt mir, dass das System flexibel ist. Man kann es unterschiedlich bestücken und muss nicht immer mit dem vollen Setup fahren. Für kleinere Touren reicht eine Tasche, für größere Touren kann man beide Seiten nutzen.
Natürlich ist der erste Eindruck nur die halbe Wahrheit. Entscheidend ist am Ende, wie sich das Ganze auf der Tour schlägt. Sitzen die Taschen stabil? Wackelt etwas? Kommt man beim Fahren irgendwo dran? Verändert sich das Handling stark? Und bleibt alles auch auf längeren Etappen zuverlässig an Ort und Stelle?
Genau das werde ich nach der Tour noch ausführlicher berichten.
Fazit: Spannende Lösung für Touren mit dem Fully
Das aeroe Rear Rack System macht auf den ersten Blick genau das, was ich mir für mein Fully gewünscht habe: Es schafft Stauraum, ohne dass ich mein Bike komplett umbauen muss.
Die Montage ist einfach, die Kontaktpunkte sind gummiert und das System lässt sich flexibel mit einer oder zwei Taschen nutzen. Gerade für alle, die mit ihrem Mountainbike nicht nur Trails fahren, sondern auch längere Touren, Radwege oder Bikepacking-light ausprobieren möchten, ist das System auf jeden Fall spannend.
Für mich ist es besonders interessant, weil ich zukünftig mehr Radweg-Touren in Midlife Biking einbauen möchte. Nicht als Ersatz für Trails, sondern als Ergänzung. Mal eine schöne Etappe, mal eine Mehrtagestour, vielleicht mit Übernachtung im Bauwagen, Wohnfass, Appartement oder einer anderen komfortablen Lösung.
Wie sich das aeroe Rear Rack System dann wirklich auf der Tour entlang des Werratal-Radwegs geschlagen hat, erzähle ich euch im nächsten Beitrag beziehungsweise nach dem Tourenvideo. Der erste Eindruck ist auf jeden Fall positiv — jetzt muss das System draußen zeigen, was es kann.



